Biofeedback beim Reizdarmsyndrom

Reizdarm, auch als Reizdarmsyndrom (RDS) bekannt, ist eine häufige gastrointestinale Störung, die durch Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall und/oder Verstopfung gekennzeichnet ist. Diese Symptome können episodisch auftreten und beeinträchtigen oft die Lebensqualität der Betroffenen erheblich. Obwohl die genauen Ursachen von Reizdarm nicht vollständig verstanden sind, spielen Faktoren wie Stress, Ernährung und Darmflora eine Rolle bei der Entstehung der Erkrankung.

Studien zeigen, dass vor allem das Training mit der Atmung und der Herzratenvariabilität in der Atmung mit dem Reizdarm genutzt wird.

Wirksamkeit

Eine Studie konnte zeigen, dass sich bei fast 70% der teilnahme eine völlige Beschwerdefreiheit zeigte (bzw. berichtet wurde) und der Rest gab auch immerhin eine Verringerung der Beschwerden an. In einem Review wurde die Vorgehensweise als „Wirksam“ bezeichnet und in einer Studie zeigten sich übrigens auch Verbesserungen des Stressniveaus und Depression, während die Gefühle die Kontrolle über die eigene Gesundheit zu haben zunahmen.

Beispielhafter Behandlungsablauf (sehr ähnlich zu Bluthochdruck)

Zu Beginn wird wie üblich die psychologische Evaluation und ein psychophysiologisches Stress- und Entspannung Profil durchgeführt.  Auf Basis dieser Assessments wird ein Plan erstellt und mit dem Klienten besprochen, resp. diesem erklärt.

Wie so oft in der Arbeit mit Biofeedback können hier auch einführende Einheiten zum Achtsamkeitstraining nützlich sein.

Danach geht es ins Training. Zuerst werden die Grundlagen der Atmung, das „Over Breathing“ and langsame und tiefe Bauchatmung erklärt und erlernt. Anschließend das gleiche für das Thema der Herzratenvariabilität. Zu diesem Zeitpunkt wird auch die resonante Atemfrequenz festgelegt.

Genau bei dieser Atemfrequenz wird dann für einige Sitzungen trainiert. Anschließend wird das Training durch Temperatur Biofeedback ergänzt, hier können mit der Zeit auch Schwierigkeitsfaktoren eingebaut werden.

Wenn Sie “fertig” sind, machen Sie sich mit dem Klienten einige Follow-Up Sitzungen aus (mit größeren Abständen), damit Sie den weiteren Fortschritt und das Beibehalten der Erfolge überprüfen können.