Biofeedback wird nicht nur für Stuhlinkontinenz eingesetzt, sondern auch für das genaue Gegenteil, nämlich für Verstopfung. Genauer gesagt sprechen wir hier über chronisch idiopathische Verstopfung. Diese ist gekennzeichnet durch anhaltende Schwierigkeiten oder seltene Stuhlgänge, die nicht ausreichend durch bekannte Ursachen erklärt werden können und über einen Zeitraum von mindestens drei bis sechs Monaten auftreten.
Behandlung mit Biofeedback
Die Therapie von Verstopfung mit Biofeedback kann beispielsweise durch EMG-Training erfolgen. Hierbei wird mit Rektalsonden gearbeitet. Diese Anwendung kann entweder als alleinige Behandlung oder in Kombination mit beispielsweise Beckenbodentraining erfolgen.
Die Arbeit mit diesem EMG ist zwar die meistgenannte, es fehlt aber aktuell noch an Belegen, die zeigen, dass diese spezielle Form des Biofeedbacks anderen Modalitäten zwingend überlegen ist.
Wirksamkeit
Der Begriff der funktionalen Verstopfung umfasst zwei Bereiche: die Slow-Transit-Verstopfung (eine abnormale Rate des Transports durch den Darm) und die dyssynerge Defäkation (Schwierigkeiten bei der Stuhlentleerung). Studien haben gezeigt, dass Biofeedback besonders bei der letzteren Indikation hilfreich ist.
Ein Biofeedback-Review bezeichnet die Behandlung der Verstopfung mit Biofeedback als wirksam, und eine Studie ergab, dass das EMG-Biofeedback in mehrerer Hinsicht einer Kontrollbedingung (nur Beratung und Information) überlegen war.