Biofeedback bei Bruxismus

Bruxismus ist eine Störung, bei der Menschen unbewusst mit den Zähnen knirschen oder pressen, oft während des Schlafs. Dies kann zu einer Reihe von Problemen führen, darunter Zahnabrieb, Beschädigung der Zähne, Muskelschmerzen im Kieferbereich und Kopfschmerzen. Die genauen Ursachen von Bruxismus sind nicht immer klar, können aber mit Stress, Angst, Schlafstörungen oder Zahnfehlstellungen zusammenhängen.

Behandlung von Bruxismus mit Biofeedback

Hier wird primär mit der Muskelspannung gearbeitet. Das Ziel ist, dem Klienten diese bewusst zu machen und sie zu reduzieren. Gerade bei längerem, chronischen Bruxismus haben sich die Klienten schon so an die Spannung gewöhnt, dass sie diese erst mal wieder lernen müssen wahrzunehmen.

Ein interessanter Ansatz ist hier ein Diskriminationstraining: Der Klient lernt, mit seiner Kieferspannungslinie eine Grafik nachzuzeichnen, und lernt dadurch die Muskelaktivität in ihrer vollen Breite kennen. Die Reduktion der Muskelspannung kann z.B. durch ein graduell schwieriger werdendes Schwellentraining erfolgen.

Beispielhafter Behandlungsablauf

Zu Beginn wird wie üblich die psychologische Evaluation und ein psychophysiologisches Stress- und Entspannungsprofil durchgeführt. Ganz besonders wichtig ist, dass eine medizinische Betrachtung erfolgt ist, welche andere Gründe für den Bruxismus ausschließt (dies wird aber meist der Fall sein, wenn die Person schon bei Ihnen ist).

Grundlegend bietet es sich an, die Elektroden am Masseter anzubringen und dem Klienten die Reaktion auf Stress zu zeigen. Sie „beweisen“ also sozusagen die Auswirkungen von Stress auf die Muskulatur. Sinnvoll bzw. praktisch ist es, wenn sich in der Anamnese klare Auslöser des Zähneknirschens herauskristallisiert haben, die Sie jetzt betrachten können.

Sehr interessant ist es auch, verschiedene Positionen auszuprobieren und das „Entspannungsverhalten“ des Muskels zu betrachten. Normalerweise kann man den Kiefer rasch anspannen und er sollte sich danach wieder entspannen. Auf Basis dieser Assessments wird ein Plan erstellt und mit dem Klienten besprochen bzw. diesem erklärt.

Für das EMG gibt es diverse Übungen, die man durchführen kann, darunter willentliches Anspannen, Entspannen oder sogar „komplexe“ Aufgaben wie das Nachzeichnen von Mustern mit der Spannung der Kiefermuskulatur (dies hilft, den Muskel besser wahrzunehmen). Sie sollten mit dem Klienten auch Übungen erlernen, die er zu Hause oder unterwegs anwenden kann, und auch gemeinsam die „entspannteste Position“ finden.

Generell war ich bei allen „Kräftigungs-/Anspannungs-Biofeedbacks“ immer ein Fan davon, am Schluss noch eine Entspannung durchzuführen, damit man nicht völlig verkrampft aus dem Training kommt.

Wenn Sie „fertig“ sind, vereinbaren Sie mit dem Klienten einige Follow-up-Sitzungen (mit größeren Abständen), damit Sie den weiteren Fortschritt und das Beibehalten der Erfolge überprüfen können.

Tipps und Tricks

Es gibt noch eine andere Art des Biofeedbacks beim Bruxismus, nämlich mittels einer Zahnschiene mit eingebetteten Sensoren.

Die Sensoren messen die Kraft, die auf die Schiene ausgeübt wird, was ein Indikator für die Aktivität der Kaumuskeln ist. Die Informationen werden dann an den Patienten in Form eines akustischen oder taktilen Signals (wie z. B. eines Vibrators in der Schiene) zurückgemeldet.