Biofeedback bei Spannungskopfschmerz

Spannungskopfschmerzen sind eine häufige Form von Kopfschmerzen, die durch angespannte Muskeln in Kopf, Nacken und Schultern verursacht werden. Es ist eine der häufigsten Arten von Kopfschmerzen und betrifft Millionen von Menschen weltweit.

Die Schmerzen werden oft als ein dumpfes, drückendes Gefühl beschrieben, das sich um den Kopf herum ausbreitet. Obwohl Spannungskopfschmerzen in der Regel nicht schwerwiegend sind, können sie dennoch stark belastend sein und die Lebensqualität beeinträchtigen.

Behandlung von Spannungskopfschmerzen mit Biofeedback

Der Hintergedanke hier ist, die verspannte Muskulatur zu identifizieren und bewusst zu entspannen. Diese Spannung kann theoretisch von vielen Ecken und Enden kommen, am häufigsten sind aber betroffen:

  • Schulter
  • Nacken
  • Kiefer
  • Stirn

Der EMG-Sensor wird am entsprechenden Muskel angebracht und der Klient lernt, diesen peu à peu zu entspannen. Mehr oder weniger nebenbei, aber nichtsdestotrotz sehr wichtig, wird dabei auch gleich die Körperwahrnehmung trainiert. Der Klient kann oft nach dem Training beginnende Anspannung deutlich besser wahrnehmen und frühzeitig dagegen vorgehen.

Diese Wahrnehmung kann auch nützlich sein, wenn z.B. spezielle Probleme auftreten, wie eine falsche Atmung und dahingehend auftretende Verspannungen.

Wirksamkeit

Beim Spannungskopfschmerz ist die Datenlage sehr gut. Auch Meta-Analysen bestätigten hier die Wirksamkeit.

Besonders wichtig ist auch immer die zeitliche Komponente, schließlich soll die Behandlung ja nicht nur akut wirken, sondern langfristig Erfolge zeigen. Hier zeigte sich, dass die Verbesserungen nicht nur zeitlich stabil zu sein scheinen, sondern sich manchmal sogar noch vergrößern.

Nicht außer Acht gelassen werden sollte der Aspekt der Medikamente. Auch wenn solche Fragen immer mit Medizinern abgesprochen werden sollten, kann gerade bei chronischem Spannungskopfschmerz Biofeedback eine praktische Alternative zur dauerhaften Einnahme von Medikamenten sein. Gleiches gilt für Phasen der Schwangerschaft oder wenn Medikamente aus anderen Gründen kontraindiziert sind.

Beispielhafter Behandlungsablauf

Zu Beginn wird wie üblich die psychologische Evaluation und ein psychophysiologisches Stress- und Entspannungsprofil durchgeführt. In diesem Fall können Sie auch spezifischere Muskelanalysen vornehmen, wie z.B. ein Assessment der Arbeit am Computer oder der Muskelerholung. Auf Basis dieser Assessments wird ein Plan erstellt und mit dem Klienten besprochen bzw. diesem erklärt.

Wie so oft in der Arbeit mit Biofeedback können hier auch einführende Einheiten zum Achtsamkeitstraining nützlich sein.

Danach geht es ins Training; hier ist natürlich das EMG-Biofeedback das klassischste Vorgehen. Auch Methoden wie Progressive Muskelentspannung können durch Biofeedback unterstützt werden.

Andere nützliche Vorgehensweisen sind meiner Erfahrung nach das Feedback der Muskelspannung oder der Temperatur. Generell habe ich Temperatur immer als ganzkörperentspannend erlebt. Auch Atmung hat den Vorteil, dass sie genutzt werden kann, wenn sich ein Klient damit schwertut, den Muskel direkt zu entspannen. Das bedeutet in diesem Fall, dass Sie das EMG-Biofeedback in den Hintergrund treten lassen und eher direkt mit der Atmung arbeiten. Dies löst den „Druck“, die Muskulatur zu entspannen, und das reicht oft schon.

Natürlich messen Sie die Muskulatur mit und zeigen dem Klienten anschließend die Erfolge.

Diese Übungen können durchaus über 8–12 Sitzungen durchgeführt werden, und auch wenn sich im Stressprofil andere Parameter als auffällig gezeigt haben, können diese fokussiert werden.

Wenn Sie „fertig“ sind, vereinbaren Sie mit dem Klienten einige Follow-up-Sitzungen (mit größeren Abständen), damit Sie den weiteren Fortschritt und das Beibehalten der Erfolge überprüfen können.